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DIE AGONIE UND DIE EKSTASE DES STEVE JOBS

von Mike Daisey

Deutsch von Jennifer Whigham und Anne-Kathrin Schulz
Premiere 3. November 2012, Theater Dortmund
(Eingeladen zum Festival “Maximierung Mensch”, Theater Trier, Juni 2013 und zu den Duisburger Akzente Festival, März 2014) 
Mit Andreas Beck
Inszenierung Jennifer Whigham
Ausstattung Antonelle Mazza
Licht Rolf Giese
Dramaturgie Anne-Kathrin Schulz

Fotos: Birgit Hupfeld

PRESSESTIMMEN:

… Die Regisseurin Jennifer Whigham hat einen idealen Kommunikationsraum geschaffen. Es gibt keine Bühne, das Publikum sitzt zwischen Regalen voller Kartons mit Computermüll und Spielzeugen. (…) Der Text ist nicht auf Pointen hin geschrieben, es ist kein politisches Kabarett. Manchmal imaginiert Andreas Beck Szenen und spielt sie leicht karikierend vor, zum Beispiel wenn der Apple-Aufsichtsrat nach Jahren des Misserfolges den zuvor geschassten Steve Jobs wieder zurück holt. Doch im Kern ist es Aufklärungstheater, Wissensvermittlung mit hohem Unterhaltungsfaktor, eine Theater-Lecture, die nah dran bleibt an den Gedanken Mike Daiseys. (…) Das Ende ist wuchtig, emotional, agitatorisch. Der eigentliche Skandal sei nicht, das Apple die ’neue Sklaverei‘ in China in Kauf nehme, sondern dass wir davor die Augen verschlössen. (…) . Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs ist jedenfalls eine Riesenaufgabe für einen Schauspieler. Andreas Beck löst sie gedankenklar, konzentriert und spielfreudig, mit riesiger Präsenz, die diesen Darsteller immer auszeichnet. Man lernt richtig was in diesen 90 Minuten. Hier traut sich jemand, nicht immer nur Fragen zu stellen, sondern auch mal wieder Antworten zu geben.
Deutschlandradio Kultur, 3.11.2012 Stefan Keim

… Mike Daiseys Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs ist ein Ich-Erzähler-Monolog für einen Nerd, einen Technik-Verrückten. In Jennifer Whighams superber Inszenierung stimmt einfach alles, auch das Garagen-Ambiente (Bühne: Antonella Mazza), in dem das Publikum am Tisch sitzt. (…) Fabelhaft, wie Andreas Beck das macht. (…) Anekdoten, Biografisches, Apple-Historie und Reportage-Sequenzen verdichten sich zum Porträt des Marketing-Fuchses Jobs und seiner Firma. Als Hippie und Garagentüftler fing er an. Das Programmieren überließ er dem genialen Steve Wozniak. Jobs war der Mann für die Visionen, nicht minder genial. Und skrupellos. Mitarbeiter sind eine Ressource, die er auslutscht. Produkt und Design sind alles. (…) Nach diesem Stück – wichtig, aufklärerisch und großartig – sieht man Apple mit anderen Augen.
Ruhrnachrichten, 4.11.2012, K.U. Brinkmann

… Nein, neu ist die Idee nicht, das Publikum in ein Stück einzubinden. Doch selten gelingt das derart intensiv, dank der geschickten Inszenierung von Regisseurin Jennifer Whigham. Die Zuschauer müssen sich körperlich verrenken, um dem Schauspieler, der mal hier, mal dort, mal draußen spricht, folgen zu können. Und vielleicht müssen sie sich gedanklich verrenken, um dem zu folgen, was Beck erzählt: Dass hunderttausende chinesische Arbeiter in 16-Stunden-Schichten rackern, dass sie Nervenkrankheiten vom aggressiven Putzmittel davontragen, mit dem sie die Displays der neuesten Pad-, Pod-, und Phone-Kreationen blank wischen.

… In Dortmund ist die deutsche Erstaufführung zu sehen. Ein echter Pluspunkt fürs Haus, das über die Industriegeschichte Apples zum Thema Globalisierungsethik kommt. Andreas Beck spielt Daiseys Monolog wie einen Cavemann aus der Cyberwelt. (…) Er stellt sich zum Publikum, wie ein Typ, der auf einer Party überzeugen, sich Gehör verschaffen will. Das ist unterhaltsam, eindringlich und berührt.
WAZ, 5.11.2012

… Kann ein über 90 Minuten langer Monolog über Computer tatsächlich nicht langweilig sein?Die Antwort ist: ja – und mehr. Die geschickte Regie von Jennifer Whigham aus dem Theater Dortmund lässt den Zuschauer immer wieder zwischen einem Lächeln und echter Bestürzung hin- und herschwanken, der ständige Wechsel zwischen der Eigenbetrachtung eine Apple-Jüngers, den Zuständen in Shenzhen und der Biographie Steve Jobs lässt keinen Platz für Längen oder Durchhänger – die Adaption des Textes von Daisey ist hier meisterhaft gelungen.
5Vier.de, 20.6.2013, Lars Eggers

… Denn wen interessiert es, welchen Preis Menschen anderswo bezahlen, nur damit wir uns jede neue Version eines iPhones, iPads, Handy, Computer oder Kamera für verhältnismäßig wenig Geld leisten können? Kümmert es uns, wenn Menschen unter katastrophalen Bedingungen arbeiten müssen, die sogar unter den chinesischen Arbeitsgesetzen liegen? Ein Abend, der nachdenklich macht.
innenstadt-ostblog.de, November 2012

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